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Erklärung Katholische und Evangelische Kirche Mannheim


Anschlag in der Normandie: Zusammenhalt stärken


Angesichts der Geiselnahme in der katholischen Kirche in Saint-Etienne-du-Rouvray in
Frankreich, bei der Terroristen des IS den Priester des kleinen Ortes in der Normandie
während der Eucharistiefeier brutal ermordet und eine weitere Geisel verletzt haben, sind
der evangelische Dekan Ralph Hartmann und der katholische Dekan Karl Jung tief
erschüttert: „Kirchen sind Orte der Liebe und des Friedens“, sagt Jung, „und hierhin wurde
durch diese grauenvolle und menschenverachtende Tat Hass und Gewalt getragen. Damit
hat der Terror eine neue Dimension erreicht.“ Ehrendomkapitular Jung wird am morgigen
Donnerstag, 28. Juli, um 18 Uhr in der Heiligen Messe in der Mannheimer Jesuitenkirche
(A4,3) besonders für den getöteten Pfarrer Jacques Hamel beten.
Auch der evangelische Dekan Ralph Hartmann ist in Gebet und Gedanken bei den Opfern
und den Angehörigen der Attacke. Die grauenhafte Tat, so Hartmann, habe ganz bewusst
Menschen wegen ihres Glaubens getroffen. „Der Priester wurde ermordet, weil er Christ
war. Was für uns neu ist, ist in vielen andern Ländern schon Realität“, gibt er zu bedenken.
Es sei ein „Schock für uns, dass diese Brutalität, die wir aus Libyen und dem Irak, aus
Eritrea, Nigeria und Somalia kennen, nun auch uns erreicht.“
Es gälte, so die beiden Dekan, den Glauben an Gott und das Gute nicht aufzugeben. Es
sei wichtig, zusammenzustehen und es sei elementar, das auch durch das „Forum der
Religionen Mannheim“ getragene friedliche Miteinander der Gläubigen unterschiedlichen
Glaubens zu stärken. (dv/schu). 

 

 

 

Sich nicht vom Bösen überwinden lassen

 

Die Attentate der letzten Tage hinterlassen ihre Spuren. Dekan Ralph Hartmann ist bestürzt über die Gewalt und ruft dazu auf, sich „nicht vom Bösen überwinden“ zu lassen.

 

Dekan Ralph Hartmann äußert sich angesichts der jüngsten Gewaltakte:

 

(25.07.2016) „Wir sind fassungslos angesichts der jüngsten Ereignisse, die Angst und Schrecken verbreiten.

In Gedanken und im Gebet sind wir bei den Angehörigen, in deren Mitte nun jemand fehlt. Wir beten für die an Leib und Seele Verletzten, dass sie wieder gesund werden

 

Unter uns breitet sich Angst und Schrecken aus. Die Grausamkeit und die Beliebigkeit der Gewaltakte zerstören auch unser Vertrauen in das Miteinander in unserem Land. Wir wissen, dass die Terrorgruppen rund um den so genannten Islamischen Staat genau das bezwecken.

 

„Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit dem Guten“. Dieser Satz aus der Bibel (Römerbrief) muss Richtschnur unseres Handelns sein.

 

Es ist unsere Aufgabe, Gewalt, Hass und Angst mit Besonnenheit und Zuversicht zu begegnen. Die vielen Beispiele der Hilfsbereitschaft und Solidarität in der Bevölkerung stimmen und dankbar und machen uns Mut, diese Werte in unserem Umfeld zu schützen und befördern.

 

Unser Glaube lässt uns in die Kraft der Liebe vertrauen. Unser Glaube führt Menschen zusammen. Die Kraft einer Gemeinschaft, die auf ein Miteinander vertraut, ist groß. Diese Kraft werden wir nutzen.“

 

 forum

 

Erklärung des Forums der Religionen.

 

Politische Konflikte in der Türkei:

Forum der Religionen Mannheim ruft zu Besonnenheit und einem friedlichen Miteinander auf

 

Als Mitglieder des Forums der Religionen sind wir sehr betroffen über die Vorgänge in der Türkei. Wir verurteilen den Putschversuch von Teilen der türkischen Armee. Wir wenden uns gegen jegliche Formen der Gewalt und Willkür in politischen Auseinandersetzungen.

 

Juden, Christen und Muslime verbindet der Glaube daran, dass das Leben von Gott geschaffen und gegeben ist. Das verpflichtet uns, das Leben unbedingt zu achten und zu schützen. Dies geschieht am besten in einer Staatsordnung, die sich demokratischen Prinzipien und Rechtsstaatlichkeit verpflichtet.

 

Wir beten für die Menschen in der Türkei. Wir beten, dass die politischen Konflikte und Gegensätze nicht zu Gewalt und zur Spaltung der Gesellschaft führen. Wir beten dafür, dass die Menschen zusammen finden und ihre Gegensätze friedlich überwinden.

 

Die Konflikte in der Türkei finden auch Resonanz in unserer Stadt. Insbesondere die türkischstämmigen Mitbürger leiden unter der Situation in der Türkei.

 

Wir setzen uns dafür ein, dass die politischen Konflikte in der Türkei unser Zusammenleben in Mannheim nicht beeinträchtigen. Es ist unsere Aufgabe, in unseren Moscheen, Kirchen und Synagogen Frieden zu stiften, die Menschen zusammen zu führen und zu versöhnen. Dafür setzen wir uns ein.

 

Info: Im "Forum der Religionen Mannheim" arbeiten seit vielen Jahren Verantwortliche der christlichen Kirchen, der Moscheegemeinden und der jüdischen Gemeinde für ein freundschaftliches Miteinander der Religionen in Mannheim zusammen. Den Mitgliedern ist Abraham als Stammvater gemeinsam. Was sie in ihrem Handeln verbindet, ist der Glaube an den einen Gott und den ständigen Auftrag, Frieden und Versöhnung zu stiften.

 

Sprecher des Forums der Religionen: Ralph Hartmann (Evangelische Kirche), Karl Jung (Katholische Kirche), Talat Kamran (Muslime), Majid Khoshlessan (Jüdische Gemeinde).

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